Greenpeace Aktion gegen den ETH-Freisetzungsversuch von Gentech-Weizen

Wildwest in Eschikon

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Ein Feldversuch mit gentechnisch verändertem Weizen in Eschikon warf 2003 hohe Wellen. Bereits im Vorfeld wurde hitzig diskutiert, die Forschenden legten ihren Standpunkt an Informationsanlässen für die Öffentlichkeit dar. Eine mehrjährige juristische Odyssee endete schliesslich 2004 mit dem Versuch.

Ein Freisetzungsversuch mit gentechnisch verändertem Weizen in der ETH-Forschungsanstalt Lindau-Eschikon wurde vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (damals BUWAL) Ende 2002 bewilligt. Ein Jahr zuvor hatte es den Antrag der Forschenden noch abgelehnt. Trotz strenger Auflagen gibt es viel Kritik am Versuch. Auch ETH-intern gab es nicht nur Zustimmung. Gegen die Bewilligung wurde Beschwerde eingereicht, doch das UVEK entzog den Beschwerden gegen die vom BUWAL erteilte Bewilligung im Februar 2003 die aufschiebende Wirkung. Greenpeace und andere Verbände zogen daraufhin den Entscheid des UVEK ans Bundesgericht weiter. Noch bevor der für den Freisetzungsversuch negative Entscheid des Bundesgerichts gefällt wurde, kam es zu einer Greenpeace-Protestaktion in Eschikon.

Zwei Traktoren, begleitet von rund einem Duzend Aktivist*innen, verschafften sich Zugang zur Forschungsstation Eschikon-Lindau. Mitarbeitende der ETH wollten die anbrausenden Maschinen stoppen, doch sie hatten keine Chance. Das Gitter des eingezäunten Versuchsfeldes wurde von den Aktivist*innen aufgeschnitten und der Kuhmist aus dem Anhänger des einen Traktor fein säuberlich verteilt. Es kam zur einen oder anderen Gehässigkeit, ETH-Mitarbeitende wurden mit Mist beworfen, aber auch die Aktivist*innen wurden ihrerseits körperlich angegangen. Eine unschöne Angelegenheit.

Links auf dem Feld neben den Gewächshäusern ist die hoch-geschützte Käfig-Anlage zu sehen, welche für den Freisetzungsversuch aufgebaut wurde.
(Bild: Burkhard & Lüthi Architektur GmbH)